Nach dem Abitur habe ich mich mit Film befasst, beim Österreichischen Rundfunk (ORF) gearbeitet und dort das Film-Handwerk erlernt.
Dann jedoch kam das Web, das ich als Befreiungstechnologie empfand. Mehr als 20 Jahre arbeitete ich daran diese technologische Chance möglichst sinnvoll zu nutzen. Zum Beispiel durch e-Learning Programme.

2012 verließ ich dann Wien und ließ gleichzeitig einen gut bezahlten Job hinter mir zurück, um mit meiner Familie – mehr oder weniger ohne Grund – nach Meran in Südtirol zu ziehen. Dort wollte ich auch beruflich neu beginnen. In meiner neuen Heimat wollte ich endlich tun, was in den letzten Jahrzehnten zu kurz gekommen war: Geschichten erzählen. Und zwar mit dem Medium „Webvideo“.

Hatte ich nicht in meiner Zeit als Web Marketing Experte immer und immer wieder darauf hingewiesen, dass Webvideo das Medium der Zukunft sein würde?
Dass man die Herstellung von Filmen in Zukunft so selbstverständlich beherrschen werde, wie heute das Aufsatzschreiben!
Weil nämlich die Kameras im kleiner, immer leistungsfähiger und immer günstiger würden, ebenso wie die Schnittprogramme und Schnittcomputer, während gleichzeitig die Bandbreit und die Video-Plattformen sich stetig vermehrten.

„Was durch Bewegtbild besser gesagt werden kann, wird in Zukunft durch Bewegtbild gesagt werden“, sagte ich.

Nun war die Zeit gekommen den eigenen Ratschlag zu befolgen.
Ich produzierte drei Beiträge für meinen Videoblog „Südtirol erzählt“. In deren Mittelpunkt standen jeweils ausführliche Interviews mit faszinierenden Menschen.

Nach nur drei Beiträgen bekam ich bereits Tipps für neue Video Portraits und Anfragen, diese Portraits zu produzieren.

Schließlich setzte die Werbeagentur des Landes Südtirol diese Idee – in abgewandelter Form – als offizielle Kampagne für das Land Südtirol ein. Jetzt hieß der Videoblog nicht mehr „Südtirol erzählt“, sondern „Südtirol bewegt“. Sei’s drum. Die Regiearbeit bei zahlreichen Filmen dürfte ich übernehmen.

Und wäre ich ein weniger „braver“ gewesen, würde ich noch heute Kurzfilme für das Land Südtirol drehen. Doch ich begann mich „schlecht zu benehmen“ ….

Zuerst unterstütze ich – natürlich mit einer Webvideo-Kampagne – einen Aussenseiter im Kampf um den Bürgermeistersessel in Meran. Dieser Bürgerlisten-Kandidat, der von den Grünen unterstütz wurde, gewann schließlich völlig überraschend die Stichwahl zum Bürgermeister mit mehr als 60 % der Stimmen.

Danach unterstützte ich eine Bürgerinitiative im kleinen Ort Mals (wieder durch einen Videoblog). Mals hatte sich auf den Weg gemacht zur ersten pestizidfreien Gemeinde Europas zu werden. In einem Referendum hatten sich 76 % der Dorfbewohner gegen den Pestizideinsatz auf dem Gemeindegebiet ausgesprochen. Doch, ferngesteuert von den Lobbies der industriellen Landwirtschaft, schritten der Südtiroler Bauernbund und Südtiroler Landesregierung energischen ein. Ein Pestizidverbot? Das durfte nicht sein.

Mein Videoblog und der Fernsehfilm der daraus entstand haben ihren Teil dazu beigetragen, dass der Kampf des kleinen Mals gegen diesen Goliath bis heute noch nicht verloren ist.

Zur Zeit läuft mein Kinofilm über diese Geschichte seit fast einem Jahr in den Kinos. Sein Titel: „Das Wunder von Mals“. (Für das gleichnamige Buch wurde ich übrigens im Herbst 2018 mit dem Salus Medienpreis geehrt.)